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Wird Wasser wertvoller als Gold? Vom Selbstverständnis zum Luxusgut

Posted Sarina Vieth on Mar 21, 2019

Wasser ist die Grundlage alles Lebens. Das ist wohl bekannt – aber wusstest du, dass Wasser laut einer UNO Studie zu den knappsten Ressourcen der Erde gehört? Weltweit haben bereits 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser – und eine Besserung ist nicht in Sicht. Stattdessen ist Wasser auf dem Weg zum wertvollsten Rohstoff unseres Planeten.

Warum Wasser immer kostbarer wird

Steigender Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch ist in den letzten Jahren explodiert – und wächst zur Zeit doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung. Woran das liegt? Mit steigendem Wohlstand konsumieren wir immer mehr! Wir trinken nicht mehr Wasser, aber konsumieren mehr Produkte, die Wasser für die Herstellung benötigen. Ob Smartphones, Kleidung, Lebensmittel oder Autos: Nichts kann ohne Wasser hergestellt werden!

Ökonomischer Wert

Bereits jetzt ist Wasser wertvoller als Gold – zumindest aus ökonomischer Sicht. Während Gold wenig praktische Anwendung im Alltag besitzt und nach dem Abbau nur unfruchtbare Mondlandschaften hinterlässt, ist Wasser unser Lebenselixier. Wir Menschen brauchen Wasser für unsere Ernährung, Gesundheit, Hygiene, Landwirtschaft und vieles mehr. Wer Gold besitzt, hat ein kostbares Edelmetall. Wer jedoch das Wasser kontrolliert, der kontrolliert das Leben!

Globale Erderwärmung

Wassernot ist die logische Folge der globalen Erderwärmung. Wasser wird immer kostbarer, weil das veränderte Klima die Wasserkreisläufe beeinflusst und immer häufiger zu ausbleibendem Regen und langen Dürreperioden führt. Vor allem in großen Teilen Asiens, Nordafrika und im nahen Osten ist die Lage kritisch. Täglich sterben etwa 10.000 Menschen (die Hälfte davon Kinder) durch unsauberes Wasser bzw. den daraus entstehenden Infektionskrankheiten.

Übrigens: Obwohl in Asien viele der größten und längsten Flüsse der Welt fließen, ist Asien der wasserärmste Kontinent unseres Planeten (gemessen am Pro-Kopf Verhältnis).

Das „blaue Gold“ in der Geopolitik

Da Wasser immer kostbarer und knapper wird, spielt das „blaue Gold“ auch in der Geopolitik eine immer wichtigere Rolle. Bereits 1990 prognostizierte der ehemalige Außenminister Ägyptens und UN-Generalsekretär Boutros Boutros Ghali: „Der nächste Krieg im Nahen Osten (…) wird nicht um Politik, sondern um Wasser geführt werden.“ Glücklicherweise sollte er Unrecht behalten – doch Wasserkriege scheinen nur eine Frage der Zeit. Folgende Punkte spielen dabei eine wichtige Rolle:

Ungleiche Verteilung

Das globale Wasservorkommen ist sehr unterschiedlich verteilt. Während die
meisten Industrieländer (noch) über ausreichend Wasser verfügen, ist die
Wasserknappheit in vielen Entwicklungsländern akut. Auch Länder, die an der
Quelle oder flussaufwärts liegen, haben große Vorteile – und können wie China
zum Beispiel riesige Staudämme bauen, um das wertvolle Wasser im eigenen
Land zu halten. So geraten Länder flussabwärts schnell in politische und
wirtschaftliche Abhängigkeit.

Wasser als Druckmittel

Wer das Wasser kontrolliert, kann anderen Ländern mit Dürren oder Überschwemmungen drohen. Ein CIA Geheimdienstreport aus dem Jahre 2013 kam zu den Schluss, dass Kriege um Wasser in den nächsten 10 Jahren zwar unwahrscheinlich sind – dafür jedoch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Wasser als Waffe eingesetzt oder als Ziel terroristischer Angriffe ausgewählt wird.

All das zeigt eine deutliche Tendenz: Irgendwann wird Wasser tatsächlicher wertvoller als Gold sein – vermutlich bereits in der nahen Zukunft. Bedenke auch: Zwar sind 75% der Erde mit Wasser bedeckt – jedoch sind nur 26% der  Wasservorräte Süßwasser und nur mickrige 0,6% davon tatsächlich nutzbar! Deshalb ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser so wichtig.

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